Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen

Die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (FSZM) sind ein düsteres Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte. Zu den Betroffenen zählen etwa Verdingkinder, Heimkinder, administrativ Versorgte, Personen, deren Reproduktionsrechte verletzt worden sind (unter Zwang oder ohne Zustimmung erfolgte Abtreibungen, Sterilisierungen, Kastrationen) oder Zwangsadoptierte. Nach den bisherigen Erkenntnissen waren Zehntausende von Personen von solchen Massnahmen betroffen.

Während Jahrzehnten waren die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen kaum ein öffentliches Thema. Das hat sich inzwischen geändert. Die Betroffenen und Opfer haben sich mittlerweile mit ihren Anliegen Gehör bei den Behörden und Institutionen verschaffen können.

In kurzer Zeit ist auf gesellschaftlicher und politischer Ebene vieles in Bewegung geraten und es hat ein Umdenken stattgefunden. Fast in Rekordzeit wurde ein Bundesgesetz zur Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen ausgearbeitet und vom Parlament mit deutlichen Mehrheiten beschlossen. Dieses ebnet nun den Weg für eine umfassende Aufarbeitung.

Personen, die sich als Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 betrachten und die ihren Anspruch auf einen Solidaritätsbeitrag geltend machen möchten, müssen ein entsprechendes Gesuch ausfüllen und es beim Bundesamt für Justiz bis spätestens am 31. März 2018 einreichen. Sie können sich dabei von einer kantonalen Anlaufstelle unterstützen lassen oder das Gesuch mit Hilfe der Wegleitung selber ausfüllen.

Aus dem Newsletter der Schweizer Botschaft Berlin / Mai 2017

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