Nürnberg: Neuer Honorarkonsul

Seit Mai dieses Jahres ist Daniel Hess neuer Schweizer Honorarkonsul in Nürnberg. Der 56-Jährige trat damit das Amt seines Vorgängers Peter Theiler an, der im vergangenen Jahr als Intendant an die Dresdener Semper-oper berufen wurde.

Der promovierte Kunsthistoriker Hess freut sich, der erste nichtdeutsche Chef des Germanischen Nationalmuseums (GNM) zu sein. Als Generaldirektor des GNM leitet er seit dem 1. Juli das grösste kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums. In seinem neuen Amt als Honorarkonsul versteht er sich vor allem als Brückenbauer. Er will Kontakte zu Behörden, Wirtschaft, Handel und Kultur knüpfen – wobei das Letztgenannte ihm natürlich besonders am Herzen liegt. Darüber hinaus beabsichtigt er, den Austausch und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schweizer in Franken zu stärken.
«Die Mentalitätsunterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland sind spürbar, machen den Austausch aber spannend und lebendig. Wir Schweizer suchen gerne den Ausgleich zwischen Extremen, um im demokratischen Verständnis gemeinsame Wege zu finden. Ein Kompromiss ist für uns deshalb grundsätzlich positiv.» In Deutschland schätze er die kritische, mitunter konfrontative Form der Diskussion, die gleichermassen zu einer guten Lösung beitragen kann. «Ich bin mit Überzeugung Schweizer, Schweizer in Europa.»
Daniel Hess hat an der Universität Zürich Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Literaturkritik studiert und 1992 in Stuttgart promoviert. Der in Richterswil (ZH) geborene Hess ist in Engelberg (OW) heimatberechtigt und lebt seit nunmehr gut dreissig Jahren in Deutschland. Seine vier Kinder sind inzwischen flügge geworden. In diesem Jahr wurde Hess an den neu geschaffenen Lehrstuhl für Museumsforschung und Kulturgeschichte der Universität Erlangen-Nürnberg berufen.

Schweizer Revue, Monika Uwer-Zürcher

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