Neuerscheinung: Nietzsche und die Folgen

Allen bekannt sind Nietzsches markige Sprüche wie «Gott ist tot» oder der vom Weibe und der Peitsche. Der Schweizer Philosoph Andreas Urs Sommer hat unter dem Titel «Nietzsche und die Folgen» einen neuen Zugang zu Nietzsche und dessen Werk geschaffen.
Der in Zofingen geborene Sommer, der Philosophie an der Universität Freiburg i.Br. lehrt, skizziert in seinem Band Nietzsches Entwicklung und Schaffen vom jungen Feuerkopf bis bis zu seiner Umnachtung im Jahre 1889. Während seiner Schaffenszeit blieb Nietzsche weitgehend unbemerkt. Erst mit der fragwürdigen Vermarktung durch seine Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche und deren unsachgemässen Herausgabe des Nachlasses wurde Nietzsche zu einem Autor, der sich auf bestimmte Lehren eindampfen liess. Nietzsche wurde funktionalisiert für politische Positionen jedwelcher Couleur. Mussolini war begeistert, Nitzsche faszinierte immer wieder Mörder und Jim Morrison, der Sänger der «Doors», sei ein exzessiver Nietzsche-Leser gewesen. Nietzsche polarisiert. Nicht zuletzt deshalb, weil er ein «notorisch uneindeutiger Denker» gewesen sei, wie Sommer betont. Das Buch zeigt auf, welche Wirkung Nietzsche auf die Literatur, die bildenden Kunst, die Religion und die Politik bis heute hat.
Nietzsche und die Folgen. J. B. Metzler, Stuttgart 2017, 208 Seiten, 16,95 Euro (ISBN 978-3-476-02654-5)

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